Top-Thema: Tourismus

Top-Thema: Tourismus
Wie viele andere Bereiche hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auch den Tourismus erfasst. Lesen Sie in unserem Top-Thema über die aktuelle Entwicklung und welche Maßnahmen getroffen werden.

Schwierige Zeiten für heimischen Tourismus

Wie viele andere Bereiche hat die globale Finanz- und Wirtschaftskrise auch den Tourismus erfasst. Zwar konnte im Jahr 2008 bei der weltweiten Zahl der Urlauber ein Plus von 2 Prozent auf 924 Millionen Gäste verbucht werden. Für 2009 rechnet man bei der Welttourismusorganisation (UNWTO) aber bestenfalls mit einer Stagnation, schlimmstenfalls mit einem Rückgang von 2 Prozent. Viele Urlauber wollen heuer das Land nicht verlassen bzw. auf Fernreisen verzichten. Davon könnte Österreich, eine der Lieblingsdestinationen des „Reiseweltmeisters“ Deutschland, ebenso wie andere nahgelegene Länder profitieren.


Positive Wintersaison

Reiselust

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage auf den Weltmärkten schaut es in der laufenden Wintersaison (einschließlich Jänner) gut aus. Sowohl die inländischen als auch die ausländischen Nächtigungen haben zugelegt, erklärte WKÖ-Bundesspartenobmann Hans Schenner. Von November bis Jänner kamen mehr Gäste aus Deutschland als im Vorjahr (plus 4,2 Prozent). Ebenfalls um 4,2 Prozent fällt die prozentuelle Steigerung der inländischen Gäste auf 6,5 Millionen Nächtigungen aus. Hohe Zuwachsraten gibt es in der laufenden Saison bei Gästen aus Polen (plus 46,8 Prozent) und aus Tschechien (plus 34,4 Prozent).

Konkret weist die Statistik Austria für den Zeitraum November bis Jänner rund 28 Millionen Nächtigungen aus. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 1,3 Millionen Übernachtungen oder 4,9 Prozent. Profitiert haben die Wintersportgebiete besonders von den russischen und ukrainischen Gästen. Zwar machen diese mit einem Anteil von 3,7 Prozent (418.000) nur einen kleinen Teil der gesamten Ausländernächtigungen aus. Allerdings haben sich die Übernachtungen von Gästen aus diesen beiden Ländern in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt.

Obwohl die Tourismuswirtschaft bis dato keine Einschätzung über den Jahresablauf abgeben will oder kann, tun dies zumindest die Wirtschaftsforscher. Diese erwarten für heuer einen Umsatzrückgang von real knapp 3 Prozent (nominell minus 1,3 Prozent), 2008 konnte noch ein nominelles Plus von 6 Prozent erzielt werden. Für 2010 rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) mit einer nominellen Steigerung von 1,3 Prozent.

Real werden laut Wifo die Einnahmen aus dem internationalen Reiseverkehr (Tourismusexporte) in Österreich um 3,5 (europäischer Durchschnitt: 4,5) Prozent zurückgehen. Die geringeren Einbußen liegen den Experten zufolge in den Wettbewerbsvorteilen in den Bereichen Wintersport, Kultur und Wellness sowie in der Nähe zu Quellenmärkten mit hoher Reiseintensität (etwa Deutschland).



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